Netz des Jahres: E-Plus

In diesem Jahr war es gar nicht so einfach, ein Netz des Jahres zu küren. Die Deutsche Telekom glänzt weiterhin mit konstant hoher Qualität, sie baut ihr LTE-Netz konsequent aus. Ginge es rein darum, den aktuell besten Ausbau zu küren, dann wären die Bonner Mobilfunker sicher wieder ganz vorne.

E-Plus als Aufsteiger des Jahres (Foto: E-Plus)
E-Plus als Aufsteiger des Jahres (Foto: E-Plus)

Ich möchte aber auch die Entwicklung berücksichtigen, die die Anbieter in den vergangenen zwölf Monaten genommen haben. Hier zeigen inzwischen alle drei Telekom-Mitbewerber-Netze Aufwärtstrends.

o2 war lange im Dornröschenschlaf. Inzwischen bauen die Münchner aber ihr LTE-Netz ebenfalls in die Fläche aus. Dabei versorgen sie auch erste Regionen, in denen man zuvor nur mit EDGE oder gar GPRS unterwegs war. Das lässt hoffen, reicht aber in diesem Jahr noch nicht für den Titel.

Vodafone hat in diesem Jahr sein Netz vor allem in den Städten weiter optimiert. Das ist zwingend erforderlich, denn da immer mehr Nutzer mobile Datendienste und auch LTE nutzen, kommt es bereits zu spürbaren Performance-Engpässen. Gleichzeitig stagniert aber der LTE-Ausbau in die Fläche.

E-Plus hat meiner Ansicht nach den größten Sprung nach oben gemacht. Im März wurde LTE eingeführt und dort, wo das 4G-Netz verfügbar ist, stehen auch recht ordentliche Bandbreiten zur Verfügung.

Selbst über UMTS hatte ich sehr oft zweistellige MBit/s-Werte zur Verfügung, zumal die Kunden noch bis 31. März 2015 in allen Tarifen ungedrosselt surfen können.

Der LTE-Versorgungsgrad ist noch recht klein, aber man spürt seit März deutlich: Hier tut sich was! Zudem ist die UMTS-Netzabdeckung besser als bei o2. Mit Telekom und Vodafone kann sie allerdings nicht mithalten, zumal E-Plus auch deutlich größere Abstände zwischen den einzelnen Funkzellen vorgesehen hat als alle drei anderen Netze. Das sorgt im Zweifel für Probleme bei der Indoor-Versorgung.

E-Plus kümmert sich sogar noch um das GSM-Netz, wie die Aufrüstung meiner Heimat-Basisstation von GPRS auf EDGE zeigt. Diesbezüglich machen Vodafone und o2 praktisch nichts mehr, was dazu führt, dass man in nicht mit UMTS oder LTE versorgten Gebieten oft überhaupt keine Datendienste mehr nutzen kann.

Der Düsseldorfer Anbieter, der seit Oktober zu Telefónica gehört, ist für mich der Aufsteiger des Jahres und demnach auch das Netz des Jahres. Gegenüber der Deutschen Telekom, deren Netz nochmals deutlich besser ist, bekommen Interessenten im E-Plus-Netz deutlich günstigere Tarife.

Nun  bleibt es abzuwarten, wie lange es das E-Plus-Netz überhaupt noch geben wird. Telefónica wird die beiden noch getrennten Netze von o2 und E-Plus sicher mittelfristig zusammenlegen. Wie lange das dauern kann, zeigt das Beispiel Österreich, wo Drei.at schon vor fast drei Jahren den Mitbewerber Orange übernommen hat, dessen Netz aber nach wie vor “auf Sendung” ist.

0 thoughts on “Netz des Jahres: E-Plus”

  1. Ich finde die Coverage von E-Plus bei UMTS am Besten, die stehen vielerorts auch der Telekom in nichts nach. Die Telekom schwächelt oft indoor, weil der Downtilt so runtergedreht wird. Die Telekom hat vielerorts auch nicht mehr Standorte als E-Plus oder VF. Wenn man die Coverage von E-Plus betrachtet, merkt man erstmal, wie wenig VF versorgt und wie zerpflügt.

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