Tarif des Jahres: simquadrat

Nach dem Smartphone, Tablet und Netz des Jahres wollen wir uns heute, am letzten Tag des Jahres 2013, auch noch den Tarif des Jahres ansehen. Es handelt sich – wie schon im vergangenen Jahr – um ein Angebot, das im E-Plus-Netz realisiert wird

Im Gegensatz zu 2o12 ist es diesmal allerdings kein Netzbetreiber-Tarif. Es handelt sich vielmehr um ein Angebot, das von einem virtuellen Netzbetreiber realisiert wird, der die Funkmasten von E-Plus nutzt, die dahinterliegende Netztechnik aber selbst betreibt.

simquadrat, so der Markenname, wird von sipgate veranstaltet. Dabei handelt es sich um einen seit vielen Jahren bekannten Internet-Telefonie-Provider, der nun zusätzlich auch Mobilfunk-Dienste veranstaltet.

simquadrat ist der Tarif des Jahres 2013 (Foto: simquadrat)
simquadrat ist der Tarif des Jahres 2013 (Foto: simquadrat)

simquadrat ist ein in der Grundversion grundgebührfreier Prepaid-Tarif. Interessenten gehen demnach keine Vertragsbindung und keine finanzielle Verpflichtung ein, wenn sie den Tarif zunächst einmal testen möchten. Den Kaufpreis von 4,95 Euro für das Starterset bekommt man in Form von 5 Euro Startguthaben wieder zurück.

Der Tarif des Jahres weist gleich mehrere Besonderheiten auf. Die Kunden bekommen standardmäßig eine Festnetznummer anstelle einer Handynummer. Sie sind demnach für Anrufer zu den günstigeren Festnetzgebühren erreichbar.

Erinnern wir uns zurück: Als Viag Interkom – das heutige o2 – 1m Juli 1999 die Homezone mit Festnetznummer einführte, war das seinerzeit revolutionär. Schnell kam aber der Wunsch der Nutzer nach einer “bundesweiten Homezone” auf. Genau das bietet simquadrat heute an. Ähnliches bekommen Interessenten inzwischen auch direkt bei E-Plus, bei der Deutschen Telekom und Geschäftskunden auch bei o2. Einzig simquadrat realisiert die bundesweite Homezone aber auf einer grundgebührfreien Prepaidkarte.

Zusätzlich bietet simquadrat seit einiger Zeit auch klassische Mobilfunknummern an. Zudem können bestehende Festnetz- und Handynummern auf die Prepaidkarte portiert werden wohlbemerkt auch mehrere Nummern, wobei der Nutzer selbst entscheiden kann, welche dieser Nummern für abgehende Telefonate und SMS übermittelt.

Inzwischen ist es zusätzlich möglich, beliebige deutsche Festnetz- und Mobilfunknummern bei abgehenden Telefonaten zu übermitteln. Hierzu muss eine Option gebucht werden, die monatlich 95 Cent kostet.

Aus der bundesweiten Homezone hat simquadrat inzwischen eine europaweite Homezone gemacht. Bei bis zu vierwöchigen Aufenthalten im EU-Ausland fallen keine Kosten für eingehende Gespräche an. Abgehend können die Kunden – wie innerhalb Deutschlands – für 9 Cent pro Minute telefonieren.

Eine Daten-Flatrate mit 1 GB ungedrosseltem Übertragungsvolumen pro Monat ist für 9,95 Euro monatlich hinzubuchbar. Wie bei anderen Datentarifen im E-Plus-Netz stehen bis Ende Juni 2014 sogar bis zu 42 MBit/s im Downstream über DC-HSPA im UMTS-Netz zur Verfügung. Zudem sind verschiedene Daten-Roaming-Pakete verfügbar. Weitere Datentarife sind in Planung. Ebenfalls 9,95 Euro pro Monat kostet eine Flatrate für Gespräche ins deutsche Festnetz.

simquadrat hat bei aller Begeisterung aber auch einige Schönheitsfehler. So kostet die Allnet-Flatrate, die ausschließlich für Telefonate, nicht aber für den SMS-Versand oder für die mobile Internet-Nutzung gilt, vergleichsweise teure 19,95 Euro.

Eine spanische Festnetznummer für den deutschen Mobilfunkanschluss wird seit einigen Monaten ebenfalls angeboten. Rufnummern aus weiteren Ländern sollen folgen. Der Monatspreis von 12,95 Euro ist allerdings definitiv viel zu hoch. Das geht bei o2 für die Hälfte des Preises.

Roaming außerhalb der EU kostet Pauschal 99 Cent pro Minute. Das ist für Schweiz-Urlauber, die bei anderen Anbietern den ganz normalen EU-Tarif zahlen, sehr teuer, in Übersee hingegen unterbietet simquadrat damit die Preise der Konkurrenz deutlich.

Insgesamt gesehen bietet simquadrat dennoch einen sehr innovativen Mobilfunktarif an, den es so bei anderen Anbietern derzeit nicht gibt. Schade ist, dass für Neukunden die Möglichkeit weggefallen ist, die simquadrat-Festnetznummer auch per VoIP zu nutzen. Das war für Kunden mit schlechter Mobilfunkversorgung eine gute Möglichkeit, auch zuhause auf dem Mobilfunkanschluss erreichbar zu bleiben.

Ich selbst nutze simquadrat derzeit nicht aktiv und habe für das E-Plus-Netz aktuell die simquadrat-Karte sogar durch eine Base-Go-SIM ersetzt. Das hängt damit zusammen, dass ich privat einen o2-Geschäftskundentarif zu Sonderkonditionen nutze, der ebenfalls eine europaweite Homezone bietet, die sogar die Schweiz, die USA und Kanada umfasst. Zwar zahle ich bei o2 49 Cent pro Gespräch (danach fallen keine weiteren Kosten an). Dafür bekomme ich ohne weitere Kosten jeden Monat noch 200 MB Datenvolumen für die Auslandsnutzung.

Mein o2-Tarif ist für Privatkunden nicht erhältlich und kostet für Geschäftskunden regulär rund 50 Euro, so dass dieser “außer Konkurrenz” läuft.

Im E-Plus-Netz nutze ich selbst derzeit Base Go, das für monatlich 10 Euro stolze 50 GB ungedrosseltes Datenvolumen bietet. Das ist so bei keinem anderen aktuell verfügbaren Datentarif auf dem deutschen Mobilfunkmarkt möglich. Die SIM steckt im Nokia Lumia 920, das ich bei Bedarf auch für Tethering nutzen kann, um weitere Endgeräte mit einem mobilen Internet-Zugang zu versorgen.

 

Natürlich bleibe ich auf meiner simquadrat-Hauptnummer per (kostenpflichtiger) Rufumleitung weiter erreichbar. Und sollte der Base-Go-Tarif einmal nicht mehr verfügbar sein, wäre simquadrat sofort wieder meine erste Wahl im E-Plus-Netz.

3 thoughts on “Tarif des Jahres: simquadrat”

  1. Simquadrat ist in dieser Form (Prepaid und europaweite “Homezone”) zweifellos einer der besten Tarife die es zur Zeit gibt. Was ich mir noch wünschen würde, sozusagen das Tüpfelchen auf dem “i” : Einen normalen Datentarif für Internet-Gelegenheits und -Wenignutzer (zum Beispiel wie bei anderen Discountern 24 Cent/MB) oder ein kleineres Datenpaket (zum Beispiel 100 MB). Nicht jeder braucht 1 GB pro Monat.

  2. Eigentlich ist Simquadrat von den Funktionen nett (mal abgesehen davon dass keine O2 SMS ankommen und man im Nichteuropäischen Ausland abgeschnitten ist) – was aber überhaupt nicht geht ist der fehlende SMART Tarif den inzwischen alle Prepaid Anbieter haben.

    1. Na ja, das ist Geschmackssache. Ich kann mit Smartphone-Tarifen nichts anfangen. Man hat immer zu viele oder zu wenige Inklusivminuten, SMS, GB usw. Mir sind die klassischen Tarife, zu denen ich beliebige Optionen buchen kann, deutlich lieber.

Kommentar verfassen